Spieglein, Spieglein an der Wand

Der Keynote-Speaker und Persönlichkeits-Coach Jürgen Zwickel hat kürzlich sein neues Buch „DA GEHT NOCH WAS – Lebensglück ist keine Glückssache“ veröffentlicht. Das Buch soll Menschen unter anderem dabei unterstützen, ihr persönliches Lebensglück zu fördern und sich ihrer aktiven Rolle im eigenen Leben bewusst zu werden.

Wir dürfen euch exklusiv eines der Kapitel vorstellen, das euch nicht nur privat, sondern auch beruflich wertvolle Denkanstöße mit auf den Weg gibt. Jürgen Zwickel kommentiert den Mehrwert des Kapitels folgendermaßen:

„Je mehr Unternehmer ihr „inneres Spiel“ gewinnen, desto höher sind die Chancen, Ergebnisse stark gestalten zu können.“

– und wie das genau funktioniert, erfahrt ihr im Folgenden:

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Kennst du das Märchen „Schneewittchen“ von den Gebrüdern Grimm? Jeden Tag wurde der Spiegel von der Königin gefragt, wer denn die Schönste im ganzen Land sei. Und die Antwort des Spiegels war immer die gleiche: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im ganzen Land.“ Dieses Spiel ging immer so weiter, bis zu dem Tag, an dem Schneewittchen und nicht mehr die Königin die Schönste im ganzen Land war. Da sagte der Spiegel plötzlich zur Königin auf ihre Frage: „… aber Schneewittchen hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen ist noch tausendmal schöner als Ihr.“

 

Wie wir wirken

Auch wir blicken morgens in den Spiegel und fragen uns im Geiste: Spieglein, Spieglein an der Wand, wie sehe ich denn heute wieder aus? Passt alles bei mir? Passt die Frisur? Wirkt das Make-up? Sitzt die Krawatte, der Anzug oder auch das Kostüm?

Dieser morgendliche Spiegelblick gehört für viele Menschen zum täglichen Ritual. Schließlich wollen wir ja mit unserem Aussehen jeden Tag eine gute Wirkung erzeugen, oder? Es ist nun mal unser äußeres Erscheinungsbild, das bei anderen sofort ins Auge sticht. Und da sollte doch möglichst alles passen, denken wir.

Die äußere Komponente ist für unsere Wirkung sicherlich wichtig, aber sie ist nur die eine Seite der Medaille. Denn ich bin überzeugt davon, dass wir bei unserem täglichen Blick in den Spiegel noch eine zweite wichtige Komponente bewusst betrachten sollten, und die wird von den meisten Menschen vergessen: Es handelt sich um unsere innere Ausrichtung.

 

„The inner game“

Mal ganz ehrlich: Hast du dich schon einmal bei deinem morgendlichen Blick in den Spiegel gefragt, mit welcher inneren Ausrichtung und Wirkung du auf deinem heutigen Lebensspielfeld aktiv sein willst bzw. ob bei dir auch für den heutigen Tag innerlich alles sitzt? Hast du dich schon mal gefragt, ob deine Einstellung und Haltung auch heute wieder so ausgerichtet sind, dass du damit einen positiven Unterschied erzeugen kannst? Könnte es sein, dass bei den meisten von uns noch was geht, wenn es um diesen besonderen morgendlichen Blick nach innen geht? Nur weil wir unser Inneres im Spiegel nicht sehen, ist es dennoch genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als unser optisches Erscheinen.

Eine starke persönliche Wirkung entsteht langfristig immer nur von innen nach außen.

Damit uns allen in Zukunft diese Ausrichtung von innen nach außen immer besser gelingen kann, hilft uns hier die Erkenntnis über das innere und äußere Spiel. Dieses Denkmodell „The inner game“-Prinzip wurde ursprünglich vom amerikanischen Sportpädagogen und Autor Timothy Gallwey konzipiert. Es besagt, dass sich jeder von uns täglich in zwei Welten bewegt: in einer inneren und einer äußeren Welt. Oder anders ausgedrückt: Wir bewegen uns in einem Interessens- und in einem Einflussbereich.

 

Wie können wir dieses Prinzip bei uns selbst anwenden?

Im Interessensbereich liegen zum Beispiel unsere Wünsche und Ziele, aber auch Umsatzziele, Ergebnisziele, Marktanteile, die täglichen Umstände, die Preise, die politischen Entscheidungen, das Wetter oder auch das Verhalten anderer Menschen gehören in diesen Bereich. Auf den ersten Blick klingt das absolut logisch, doch darüber hinaus es ist sehr wichtig, dass wir hier einen weiteren Zusammenhang immer besser verstehen lernen.

All die Punkte, die im Interessensbereich liegen, sind für uns höchstwahrscheinlich wichtig und wir interessieren uns mal mehr, mal weniger stark dafür. Der Haken an diesem Interessensbereich ist jedoch, dass wir keine wirkliche Kontrolle über die Punkte haben, die in diesem Bereich angesiedelt sind. Du hast keine Kontrolle über das Wetter. Du hast keine Kontrolle darüber, wie sich die Preise der Produkte und Dienstleistungen am Markt entwickeln. Du hast keine Kontrolle darüber, wie sich andere Menschen jeden Tag, auch dir gegenüber, verhalten. Und auch über deine festgelegten Umsatzziele oder auch Marktanteile hast du keine einhundertprozentige Kontrolle, auch wenn du dir das noch so sehr wünschen würdest. Es gibt in diesem Bereich, und wir können es drehen und wenden, wie wir wollen, keine einhundertprozentige Kontrolle für uns. Doch was bedeutet dieses Phänomen jetzt für jeden von uns?

Alles, was uns im Leben wichtig ist, aber wir nicht wirklich kontrollieren können, hat mitunter die Folge, dass wir dadurch negative Gefühle, wie zum Beispiel Angst, Wut, Neid, Stress, Druck, auslösen.

 

Der richtige Fokus hilft

Immer dann, wenn du deinen Fokus zu sehr auf diesen Interessensbereich ausrichtest, legst du auf diese Weise gleichzeitig den Samen für negative Gefühle. Klingt logisch. Der falsch gesetzte Fokus auf den Interessensbereich ist wie ein Gummiband, das uns immer wieder zurückzieht und unsere Weiterentwicklung sabotiert, so die Meinung meines geschätzten Rednerkollegen Jörg Mosler. Doch wie sieht nun eine mögliche Lösung aus, um hier eine stärkende Ausrichtung erreichen zu können? Verändere deinen Fokus und richte ihn bewusst auf deinen Einflussbereich. In deinem Einflussbereich findest du nämlich genau die Dinge, die du, und wirklich nur du, jeden Tag aktiv beeinflussen, nutzen und aktiv gestalten kannst. Es sind deine Gedanken und Emotionen, deine Einstellung und Haltung, deine Kompetenz, dein Wissen, deine Fähigkeiten, deine Disziplin und Ausdauer, um an Vorhaben dran zu bleiben.

Der goldene Schlüssel liegt also darin, deine Konzentration auf deinen Einflussbereich, auf dein inneres Spiel, zu legen. Je mehr du dich tatsächlich darauf konzentrierst, was du wirklich beeinflussen kannst und was dich stärkt, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du dein inneres Spiel gewinnst und folglich auch dein äußeres Spiel positiver und erfolgreicher gestalten kannst.

Kontrolliere ab jetzt immer nur das, was du auch wirklich kontrollieren kannst.

Je mehr du ab jetzt deine Aufmerksamkeit und Energie auf deinen Einflussbereich lenkst, desto mehr stärkst du diesen Bereich und desto mehr weitet er sich aus. Und je mehr sich dieser Bereich ausweitet, umso kleiner wird automatisch dein Interessensbereich. Oder anders ausgedrückt: Je mehr du aufhörst, die Dinge kontrollieren zu wollen, die du haben willst, desto mehr wirst du die Kontrolle über die Dinge bekommen, die du haben willst.

Was sich im ersten Moment vielleicht äußerst paradox anhört, ist letztlich jedoch die beste Lösung für eine täglich starke innere Ausrichtung. Den eigenen Fokus immer stärker auf das innere Spiel auszurichten, ist ein elementar wichtiger Aspekt einer persönlich starken, inneren mentalen und emotionalen Ausrichtung. Der zweite bedeutungsvolle Faktor ist die Qualität und Intensität, mit der wir täglich unsere Aufgaben erledigen.

 

Das Beispiel mit den drei Söhnen

An dieser Stelle habe ich eine kurze Geschichte für dich, deren Verfasser mir leider nicht bekannt ist, die jedoch diesen Gesichtspunkt sehr treffend auf den Punkt bringt:

Ein Vater hatte drei Söhne, die alle für denselben Chef in einem sehr großen Obst- und Gemüsemarkt arbeiteten. Dieser Markt war einer der größten Umschlagplätze der Welt. Anbieter aus allen Kontinenten brachten ihre Waren täglich frühmorgens dorthin, um sie dann an Kleinhändler, Gastronomen und Supermärkte weiterzuverkaufen. Eines Tages ging der Vater der Söhne zum Firmenchef. Die beiden kannten sich schon seit Jahren.

„Meine drei Söhne arbeiten jetzt schon seit längerer Zeit für dich. Ich bin dir sehr dankbar, dass du sie angestellt hast und ihnen die Chance gibst, sich auch persönlich entwickeln zu können. Sie lernen hier nämlich auch sehr viel für ihr zukünftiges Leben. Aber erkläre mir doch bitte einmal eine Sache: Warum zahlst du dem einen 1.000,00 Euro monatlich, dem anderen 1.500,00 Euro und dem dritten 3.000,00 Euro?“

Der Chef lehnte sich langsam in seinem großen Sessel zurück, schaute den Vater lächelnd, aber bestimmt an und für einen Moment wurde es ganz still im Raum. Dann sagte er: „Vielleicht kann ich dir das schon in den nächsten Minuten erklären. Hast du ein bisschen Zeit mitgebracht?“ „Ich habe genug Zeit“, erwiderte der Vater. „Sehr gut. Dann mache es dir bequem. Es kann natürlich auch sein, dass du den ganzen Tag hierbleiben musst, wenn du eine Antwort auf deine Frage bekommen möchtest.“

 

Was unterscheidet also die drei Söhne?

Nach ein paar Minuten nahm der Chef sein Telefon in die Hand und rief den Jungen an, der 1.000,00 Euro monatlich verdiente. Er sagte zu ihm: „Gerade ist ein großer LKW mit Anhänger in Tor 26 eingefahren. Kannst du bitte hingehen und herausfinden, welche Ladung er an Bord hat?“ Es dauerte keine drei Minuten und der junge Mann rief zurück: „Ich musste noch nicht einmal zu Tor 26 gehen, um die Information zu bekommen, denn ich rief dort einen Kollegen an. Der Laster hat 100 Paletten Bananen geladen.“ „Danke“, erwiderte der Chef.

Er rief den nächsten der drei Söhne an, den mit einem Verdienst von 1.500,00 Euro im Monat. „Gerade ist ein großer LKW mit Anhänger in Tor 26 eingefahren. Kannst du bitte hingehen und prüfen, welche Ladung er an Bord hat und es mir sagen, sobald du Zeit dafür hast?“ Ungefähr zehn Minuten später klingelte das Telefon und der Junge sagte: „Chef, ich war gerade unten an Tor 26. Der LKW hat 100 Paletten Bananen geladen.“

Schließlich rief er den Dritten der Söhne an. „Ein LKW ist gerade in Tor 26 eingefahren“, sagte der Chef und bat um dieselbe Information wie bei den anderen beiden. Eine halbe Stunde später kam der Junge in das Büro des Chefs und sagte völlig außer Atem: „Chef, der LKW hatte 100 Paletten Bananen an Bord. Ich habe einen Kistenpreis von zehn Euro ausgehandelt und sie alle gekauft. 50 Paletten habe ich sofort an sechs unserer Großkunden weiterverkauft, jede Kiste für 16 Euro, und 30 Paletten für den freien Verkauf freigegeben. Sie werden wohl innerhalb einer Stunde vergriffen sein. 20 Paletten sind in unser Kühllager gewandert, damit die Bananen noch ein paar Tage reifen können. Sie waren noch etwas zu grün für den Verkauf. Wir hätten keinen guten Preis erzielt.

Außerdem hat der LKW noch 150 Kisten Nektarinen geladen, die ich erst nach genauer Recherche entdeckt habe. Ich weiß, dass wir genügend Nektarinen haben. Aber ich habe einen Kunden angerufen, der genau diese Sorte wollte, und so habe ich die Nektarinen an ihn weiterverkauft. Daraus haben wir einen Reingewinn von fast 1.000,00 Euro erzielt.“ Nach einer kurzen Atempause sprach er weiter: „Zudem fand ich in der hintersten Ecke noch 500 hochwertige Ananas und da ich weiß, dass Sie Ananas immer gerne auf Lager haben, habe ich sie für 45 Minuten reservieren lassen und erklärt, dass ich mit Ihnen Rücksprache halte und dann gleich Bescheid gebe, ob wir sie nehmen.“

„Ja natürlich nehmen wir sie!“, sagte der Chef und blickte den Jungen an: „Danke für diese vorzügliche Arbeit mit dieser Qualität. Es ist wunderbar, wie ich mich immer hundertprozentig auf dich verlassen kann. Du bist mir immer eine sehr große Hilfe.“

„Weißt du jetzt, warum deine drei Söhne unterschiedliche Gehälter bekommen?“ „Ja“, antwortete der Vater „und ich bin nur teilweise erfreut von dem, was ich gesehen habe. Einer meiner Söhne hat noch nicht einmal das gemacht, um was du ihn gebeten hattest. Der andere hat nur Dienst nach Vorschrift gemacht. Aber der Dritte hat eine Qualität und Intensität gezeigt und hat mit seinem interessierten Engagement alles für dich und die Firma gegeben.“

 

Fazit: Qualität schlägt Quantität – auch beim Thema Lebensglück

Nicht die Quantität unserer Handlungen ist primär das Entscheidende, sondern es sind die Qualität und Intensität. Ihren Ursprung finden diese beiden Punkte in unserer inneren Ausrichtung und am Ende machen genau sie den positiven Unterschied in unserer Wirkung aus. Gib dir doch zukünftig bei deinem täglichen Spiegelblick immer wieder selbst die große Chance, nicht nur auf dein äußeres Erscheinungsbild zu achten, sondern überprüfe gleichzeitig auch deine innere Ausrichtung und sei bereit, dich jeden Tag auf dein inneres Spiel zu fokussieren.

Hier findet ihr alle Informationen zum Buch „DA GEHT NOCH WAS – Lebensglück ist keine Glückssache“ von Jürgen Zwickel.

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