Vom Profi-Fuß­baller zum Unternehmer: Über die Zusammen­arbeit mit StartUps

Marcell Jansen ist ehemaliger Fußballprofi und Nationalspieler. Heute ist er Präsident des HSV, Unternehmer, Gründer, Restaurant-Besitzer und engagiert sich für Projekte aus dem Health-Sektor. Wir haben mit ihm über das Gründen und die Wichtigkeit von Business-Kontakten gesprochen.

Marcell, schon während deiner aktiven Profi-Karriere hast du dich mit der StartUp Branche beschäftigt. Heute bist du selbst Gründer und Unternehmer, der mit StartUps kooperiert.
Was fasziniert dich so an der StartUp Szene?

Gründer agieren schnell und flexibel. Sie haben den Mut, neu zu denken und Regeln zu brechen – das tut v.a. Deutschland gut. Wir neigen dazu, uns mit dem Status quo zufrieden zu geben. Aber das sollten wir nicht, wir sollten immer weiter machen. Dafür brauchen wir junge, dynamische Denkweisen – wie StartUps sie haben – und müssen diese mit älteren Konzepten verbinden.

„Unternehmer sind die Leistungssportler des Alltags.“

Wie hast du dir als Gründer dein eigenes Netzwerk aufgebaut?

Ich habe früh gemerkt, dass man als Sportler schnell in Kreisen von Investoren oder Geschäftsführern von großen Unternehmen Fuß fasst. Einfacher und direkter kommt man nicht an Informationen. Ich habe viele Fragen gestellt, und es als „Nebenstudium“ zu meiner eigentlichen Tätigkeit verstanden.

Dabei habe ich große Begeisterung für das Unternehmertum und Menschen entwickelt, die Arbeitsplätze schaffen. Genau das wollte ich auch erreichen und habe deshalb fleißig meine Kontakte gepflegt, woraus sich auch viele Freundschaften entwickelt haben.

Warum ist es wichtig, als Gründer mit Unternehmen in Kontakt zu treten?

Ich habe es selbst erfahren: Wenn du auf gestandene Unternehmen triffst, lernst du, Kompetenzen besser einzuschätzen und siehst, was dir fehlt oder wo du aktuell noch nicht vorankommst. Als Gründer kann man in sehr vielen – gerade auch fachfremden – Bereichen von den Erfahrungen und Ressourcen der KMU profitieren.

„Als Gründer würde ich zu 100% wieder den Kontakt zu gestandenen Unternehmen suchen.“

Und was haben die Unternehmen davon?

Nehmen wir das aktuelle Beispiel Pandemie: Hygiene wird plötzlich das große Thema, Mittelständler geraten unter Druck, bekommen harte Auflagen und müssen schnell gute Lösungen finden. Gerade in solchen Situationen sind junge Unternehmen, Digitalisierung, Automatisierung und ein Neudenken eine Bereicherung. Daraus können sich viele Synergien ergeben.

Wie überzeugt man dich von einer Geschäftsidee?

Für mich war zunächst wichtig, mich klar zu positionieren, da es so viele Bereiche und Unternehmen gibt. Mein klarer Fokus ist Heath bzw. Healthcare. Dazu zu passen ist die erste Voraussetzung die StartUps erfüllen müssen, um für mich interessant zu sein.

Um die Idee zu bewerten, frage ich mich dann: Würde ich es selber nutzen? Würde es in meinem Leben einen Platz finden? Ich möchte selbst den Mehrwert eines Produktes sehen und nicht einfach auf Erfolg hoffen oder es als reine Geldanlage sehen.

Und an erster Stelle möchte ich wissen, warum die Gründer es machen und wo sie den Mehrwert sehen. Was ist ihre Motivation hinter ihrem Unternehmen? Der Mensch ist mir sehr wichtig, da das Zwischenmenschliche in der Zusammenarbeit passen muss.

Dein Appell an alle Gründer da draußen?

Liebe Gründer, lasst uns zusammenarbeiten, lasst uns gemeinsam Probleme lösen.

 

Das komplette Interview mit Marcell könnt ihr euch als Podcast anhören.