Zebras vs. Unicorns: So vielfältig ist unsere StartUp-Welt

Hörner in die Höhe oder Streifen an die Macht?

 

Die heutige Zeit wird beherrscht von mystischen Fabelwesen und trendigen Streifenträgern. Einhörner und Zebras bevölkern unsere Unternehmenswelt.

 

In den letzten Monaten tauchen immer mehr Fragen rund um die Omnipräsenz von StartUp Unicorns und die immer größer werdende Herde der StartUp Zebras auf.

 

Die Gegenperspektive zu den wachstumsorientierten, durch VC expandierenden StartUp Unicorns sind die sogenannten Zebras. Diese setzen auf mehr Nachhaltigkeit, Co-Kreation und Kooperation.

 

Werden in Zukunft das Miteinander und die Zusammenarbeit zwischen StartUps einen Aufschwung erleben?

Wird sich der gesellschaftliche Impact gegen den millionen- und milliardenschweren Eigenprofit behaupten können?

 

Wir erklären euch, was es mit der Thematik Zebras vs. Unicorns auf sich hat.

 

 

Die zoologische Vielfalt der StartUps

 

Wer sich im StartUp Zoo zurechtfinden möchte, braucht zunächst einen kleinen und verständlichen Überblick.

 

➡️  Was ist denn nun genau ein Unicorn und was ein Zebra?

Und warum genau schreiben wir von Zebras vs. Unicorns?

 

Wenn man es genau nimmt, sind zwar beide Paarhufer – sie könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein.

 

Unicorns 

Als StartUp Unicorn werden Unternehmen mit einer Marktbewertung von mehr als 1 Milliarde USD bezeichnet. Dieser Begriff hat sich in den 2010er-Jahren – insbesondere durch Cowboy Ventures-Gründerin Aileen Lee im Jahr 2013 – etabliert.

 

Da zu Beginn dieser Begriffsdefinition nur sehr wenige StartUps zu diesen Überfliegern zählten, wurden sie nach diesen äußerst seltenen Fabelwesen benannt. Als etwas ganz Besonderes eben. Mit den Jahren tauchten jedoch mehr und mehr Einhörner auf. So konnten im ersten Halbjahr 2021 laut CBInsights bereits über 220 neue StartUp Unicorns verzeichnet werden.

 

In den Medien und bei Investoren sind die Einhörner besonders durch ihre herausragenden Exits und die phänomenalen Reichweiten beliebt.

 

Vs.

Zebras

StartUp Zebras setzen ihre Prioritäten nicht im eigenen Profit und der rasanten Expansion. Für Zebras steht – wie auch in der Natur – der Herdengedanke über allem. Die Vision einer Welt, in der StartUps miteinander arbeiten – in Kooperation und Co-Kreation – ist hier ein primärer Beweggrund. Nachhaltiges, organisches Wachstum und soziale sowie ökologische Ziele treiben diese StartUps und ihre Gründer an.

 

Den Begriff riefen 2017 Astrid Scholz, Mara Zepeda, Jennifer Brandel und Aniyia Williams in ihrem Artikel „Zebras Fix What Unicorns Break“ ins Leben.

Der Artikel der 4 Zebras Unite Gründerinnen kritisierte die Top-oder-Flop-Kultur von StartUps wie auch die Priorisierungen von VC-Firmen. Er kann als Aufmarsch der Zebra-Bewegung gesehen werden.

 

 

Zebras – nur Modeerscheinung oder Zukunftsmusik?

 

Zebras haben definitiv eine große Chance. Sie haben das Potenzial, den Mittelstand von morgen zu prägen – bzw. der Mittelstand von morgen zu werden. Die mittlerweile globalen Aufschwung gewinnende Bewegung der StartUp Zebras überzeugt hierzulande Gründer:innen, Unternehmer:innen und Co.

 

Wieso? Ganz einfach: Weil sie im genauen Gegensatz zur aktuellen StartUp Kultur stehen. Auch hier treffen wir wieder auf den Gegenpol: Zebras vs. Unicorns.

 

Ihr Gedanke, Qualität über Quantität zu stellen, den Fokus auf nachhaltiges Wachstum anstatt schnelle Exits zu legen und gemeinsam voranzukommen, gewinnt zunehmend Zustimmung. Ja, sogar an Begeisterung.

 

Fortschrittliches Denken liegt für die Zebras – im Gegensatz zu den Einhörnern – in der werteorientierten Zukunftswirtschaft. Nicht im profitorientierten Wachstum.

 

 

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Auch die Zebras Unite Gründerinnen Astrid Scholz, Mara Zepeda, Jennifer Brandel und Aniyia Williams treffen bei einem großen Problem den Nagel auf den Kopf: „Zebra-Unternehmen verfügen über eine unvergleichliche Ausdauer und Kapitaleffizienz, solange die Bedingungen ihr Überleben ermöglichen.“ (Original: „Zebra companies are built with peerless stamina and capital efficiency, as long as conditions allow them to survive.“)

 

Was müsste also gegeben sein, damit die Zebras langfristig eine Chance haben und besser gefördert werden?

 

 

How to grow a zebra – oder auch: Wie bekommen wir mehr Zebras?

 

Dafür ist laut der Gründerszene ein Punkt essenziell: Diversität.

 

Das Startup-Ökosystem – Staat, LPs (Kapitalbesitzer hinter den VCs) und die eigentlichen VCs – müssen hinsichtlich der Art von Firmen, die sie unterstützen, offener und aufgeschlossener werden.

 

Wenn sie sich auf die vielfältigen StartUp Möglichkeiten konzentrieren und nicht nur auf die Unicorn-Kultur, dann haben auch die nachhaltigen und forcierten Zebras eine Chance zu wachsen und ihren Platz in der Unternehmenswelt zu finden.

 

Zebras vs. Unicorns – Was bist DU?

 

Die Frage rund um Zebras vs. Unicorns hat dich neugierig gemacht, dich aufhorchen lassen?

Du überlegst die ganze Zeit, was zu DIR und DEINEM STARTUP passt und wo DU dementsprechend eingeordnet werden kannst?

 

Stell dir doch zuerst noch mal diese wenigen Fragen:

 

  • Normalerweise bin ich a) nur mit dem Sieg und dem ersten Platz zufrieden oder b) kooperativ und arbeite lieber im Team mit Gleichgesinnten
  • Ich strebe in der Regel a) nach schnellem Erfolg und Profit oder b) nach der Verwirklichung von Ideen und gesellschaftlichem Impact
  • Ich möchte a) meine Konkurrenz a) in den Schatten stellen oder b) einen bestmöglichen und nachhaltigen Einfluss auf die Gesellschaft haben

 

 

Aktuelle Zebras in Deutschland

 

  • Tomorrow, nachhaltigeres Banking, Hamburg
  • Folkdays, fair hergestellte Kleidung, Accessoires und Einrichtungsgegenstände, Berlin
  • OroraTech, satellitengestütztes System zur globalen und automatisierten Waldbrandbekämpfung, München
  • Phelas GmbH, Flüssigluft-Stromspeicher, Gilching
  • Lemonaid Beverages GmbH, Getränkehersteller, Hamburg

 

Aktuelle Top 10  „Big Player“ bei den Unicorns in Deutschland

 

  • Celonis,Process Mining Plattform, München
  • Personio, HR-Software, München
  • Trade Republik,Trading-App, Berlin
  • Otto Bock Healthcare, Prothesen-Hersteller, Duderstadt
  • N26, Onlinebank, Berlin
  • FlixMobility, Busreisen-Anbieter, München
  • Contentful, Softwareentwicklung, Berlin
  • NuCom Group, Wachstums-Plattform, Unterföhring
  • Mambu, Fin-Tech, Berlin
  • Wefox Group, Versicherungs-Lösung, Berlin

 

Gemeinsam geht mehr: Zebras mit Unicorns.

 

Wenn wir an die Zukunft von Zebras vs. Unicorns denken, sollten wir uns eines im Kopf behalten: Nicht umsonst sind Einhörner Fabelwesen und Zebras existieren in der realen Welt.

 

Wir in Deutschland – so Prof. Dr. Tobias Kollmann – brauchen beides.

Eine goldene Mitte zwischen den wachstumsorientierten Unicorns, die mit VC durch die Decke gehen und den Zebras, die nachhaltig und aus eigener Kraft heraus – nicht kapital-orientiert – zum nächsten Mittelstand heranwachsen wollen.

 

Hier findest du das Originalvideo von Prof. Dr. Tobias Kollmann:

 

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